Hanauer Friedensplattform

Main

Themen

 

Iran / Lesung

Lesung zum Thema Atomwaffen und Iran

Text der Lesung als PDF

Die USA: Entweder hört Ihr sofort mit der Urananreicherung auf, oder es gibt Krieg.

Der Iran: Wir brauchen mehr Energie für unsere neuen Industrieanlagen.

Der Westen: Dann nehmt doch euer Öl.

Der Iran: Das brauchen wir für den Export, dafür kriegen wir Devisen.

Der Atomwaffensperrvertrag: Staaten, die den Vertrag unterzeichnet haben, dürfen alle Technologien zur friedlichen Nutzung der Atomenergie besitzen. Dazu gehört auch die Anreicherung oder Wiederaufbereitung von Uran.

Die internationale Atomenergiebehörde: Wir verlangen von einigen Staaten, auf diese Rechte zu verzichten, zum Beispiel von Iran und Nordkorea.

Die Organisation Ärzte gegen den Atomkrieg: Zivile Nutzung der Atomkraft ist auch gefährlich, das sieht man an Tschernobyl und Harrisburg. Wir lehnen die Atomenergie grundsätzlich ab und setzen stattdessen auf alternative Energien.

Die EU: Deutschland, Großbritannien und Frankreich verhandeln in unserem Auftrag mit dem Iran.

Die Atomenergiebehörde: Bisher haben wir keine Beweise dafür gefunden, dass der Iran versucht, Atomwaffen zu bauen.

Die EU: Deutschland verfügt über ein großes Know-how auf dem Gebiet der alternativen Energien. Wir haben aber dem Iran kein Angebot gemacht, in Zukunft ihren Energiebedarf mit diesen Energieträgern zu decken.

Die Organisation Ärzte gegen den Atomkrieg: Es kann schon sein, dass der Iran in Zukunft versuchen wird, Atomwaffen zu bauen. Dafür spricht einiges: das Land hat sich seine Zentrifugen über den pakistanischen Atomspezialisten Khan beschafft, ohne das bei der Atomenergiebehörde anzumelden.

Die Geheimdienste der USA: Wir gehen davon aus, dass der Iran fünf bis zehn Jahre benötigen würde, um eine Bombe zu bauen.

Die Friedensbewegung: Da bleibt doch genug Zeit für Verhandlungen!

Der Iran: Wir erlauben der Atomenergiebehörde unangekündigte Kontrollen unserer Atomanlagen. Eigentlich müssten wir das nicht, denn wir haben das Zusatzprotokoll zum Atomwaffensperrvertrag noch nicht ratifiziert.

Die EU: Wir bieten Euch Brennstäbe an und nehmen Euren Atommüll zurück.

Der Iran: Wir wollen selber einen vollständigen Brennstoffkreislauf haben. Vom Ausland wollen wir nicht abhängig sein.

Russland: Ihr könnt Euer Uran bei uns anreichern. ''' Der Iran:''' Wir wollen aber unabhängig bleiben.

Die EU: Dann überweisen wir die Sache an den UNO-Sicherheitsrat.

Der Iran: Dann erlauben wir nur noch angekündigte Kontrollen. Unser Uran reichern wir selber an.

Die EU: Wir haben den UNO-Sicherheitsrat ja nur informiert, aber wir erwarten von ihm keine bestimmten Aktivitäten.

Der Iran: Und was ist mit Israels Atomwaffen? Wer schützt uns vor Israel?

Der Atomwaffensperrvertrag: Fünf Staaten dürfen offiziell Atomwaffen besitzen: Zu den Atommächten gehören die USA, Russland, Frankreich, Großbritannien und China.

Der iranische Präsident am 12.4.2006: Wir sind jetzt Atommacht. Unseren Wissenschaftlern ist es gelungen, Uran anzureichern. Wir werden zehntausend Zentrifugen zusätzlich in Betrieb nehmen.

Mohamed El Baradei: Ich fahre nach Teheran und verhandele mit denen. Bis zum 28. April muss ich dem Sicherheitsrat darüber berichten.

Die USA: Wenn die Verhandlungen zu nichts führen, werden wir militärische Mittel einsetzen.

Russland und China: Damit wären wir nicht einverstanden.

Die USA: Das iranische Erdöl ist noch viel besser als das irakische, da ist viel weniger Schwefel drin!

Zitate Bush und Truman

Das Verteidigungsministerium der USA Im Jahr 2002: Wir würden auch als erste Atomwaffen gegen einen anderen Staat einsetzen, wenn er über Massenvernichtungswaffen verfügt.

Ein Berater des Pentagon: Wir müssen ethnische Spannungen im Iran fördern und das Regime unterwandern. ''' Die Generäle des US-Generalstabs:''' Die meisten von uns lehnen einen Einsatz von Atomwaffen ab.

Die Bush Regierung: Wir sind dafür. Unser Ziel ist eine andere Regierung im Iran.

George W. Bush Anfang April 2006: Ich bin überzeugt, dass ich etwas tun muss, zu dem kein anderer Demokrat oder Republikaner, der nach mir gewählt wird, den Mut hätte.
Die Rettung des Iran wird mein Vermächtnis sein.

Der amerikanische Präsident Harry Truman kurz vor dem Atombombenabwurf: Diese Waffe soll zwischen jetzt und dem 10. August gegen Japan eingesetzt werden. Ich habe dem Kriegsminister Stigman gesagt, dass nur militärische Ziele, Soldaten und Marineeinheiten getroffen werden sollen, keine Frauen und Kinder. Selbst wenn die Japaner Wilde sind, gewissenlos, gnadenlos und fanatisch, dürfen wir als Führer der Welt, die sich für das gemeinsame Wohl einsetzen diese schreckliche Bombe nicht auf die alte oder die neue Hauptstadt abwerfen.
Der Kriegsminister und ich stimmen darin überein, dass das Ziel ein rein militärisches sein soll, und wir werden eine Warnung aussprechen, in der sie aufgefordert werden, sich zu ergeben, um Leben zu retten. Ich bin sicher, dass sie das nicht tun werden, aber dann haben wir ihnen eine Gelegenheit dazu gegeben.

Diese Warnung wurde nicht ausgesprochen.

Die Bomben wurden nicht auf militärische Ziele abgeworfen sondern auf zwei große Städte: Hiroshima und Nagasaki. Im Nachhinein wurde der Atombombenabwurf als Revanche für Pearl Harbour bezeichnet.

Zitatensammlung aus der Nachkriegszeit

Harry Truman (über die Atombombe): Da wir eine Atombombe haben, haben wir sie benutzt.
Wir sollten sie weiter benutzen bis wir Japans Macht, Krieg zu führen, vollständig zerstört haben.

Albert Einstein, 1955: Unserer Welt droht eine Krise, deren Umfang anscheinend denen entgeht, in deren Macht es steht, große Entscheidungen zum Guten oder Bösen zu treffen. Die entfesselte Macht des Atoms hat alles verändert, nur nicht unsere Denkweisen. Auf diese Weise gleiten wir einer Katastrophe ohnegleichen entgegen. Wir brauchen eine wesentlich neue Denkungsart, wenn die Menschheit am Leben bleiben soll.
Wir Wissenschaftler, die wir das traurige Schicksal haben, an der Entwicklung noch grausamerer und wirkungsvollerer Mittel der Vernichtung mitgearbeitet zu haben, müssen es als unsere oberste und heiligste Pflicht betrachten, alles in unseren Kräften Stehende zu tun, um die Anwendung dieser Waffen für die unmenschlichen Zwecke, für die sie erdacht worden sind, zu verhindern.

Franz-Josef Strauß 1957: Die Deutschen können den Russen nicht mit Pfeil und Bogen gegenüberstehen.

John F. Kennedy: Entweder wird die Menschheit den Krieg abschaffen, oder der Krieg wird die Menschheit abschaffen.

Konrad Adenauer 1960: Wer der Bundeswehr die taktischen Atomwaffen vorenthalten will, ist ein Narr oder Böseres.
Es ist der sichere Untergang, wenn die Bundeswehr keine Atomwaffen hat.

Oskar Lafontaine 1983: Pershing II ist die Option auf den eigenen Selbstmord.

Jacques Chirac am 19. Januar 2006: Die Führer von Staaten, die gegen uns auf terroristische Mittel zurückgreifen, sowie alle, die in der einen oder anderen Weise den Einsatz von Massenvernichtungswaffen erwägen, müssen mit einer angepassten Antwort Frankreichs rechnen.
Diese Antwort beschränkt sich nicht auf konventionelle Waffen.

Der iranische Präsident: Man sagt, eine Welt ohne USA und Zionismus sei nicht möglich. Aber Sie wissen, dass das ein mögliches Ziel und eine mögliche Losung ist. Unser lieber Imam sagte, das Besatzungsregime müsse von der Karte gefegt werden. Wir können mit dem Thema Palästina keine Kompromisse machen.

Angela Merkel auf der NATO-Sicherheitstagung im Februar 2006: Auch damals, in der Zeit des aufkommenden Nationalsozialismus wurden die Parolen der Nazis als Rhetorik abgetan.

Texte zum geplanten Atombombenabwurf auf Iran

George W. Bush am 20.3.2006: Die Feinseligkeit des iranischen Präsidenten gegen Israel ist eine ernsthafte Bedrohung. Sie stellt eine Bedrohung des Weltfriedens dar. Ich habe erklärt und erkläre es wieder, dass wir unsere militärische Stärke anwenden werden, um unseren Verbündeten Israel zu schützen.

Die USA: Die Bombe werfen wir auf Natanz. Dort stehen die Atomanlagen.

Der Fremdenführer: Natanz liegt in der Provinz Isfahan, nördlich dieser drittgrößten Stadt des Iran. Natanz ist eine kleine Stadt, die ca. 80 Kilometer von Kashan entfernt auf 1600 m über dem Meeresspiegel liegt. Sie ist bekannt für ihr Reizklima und ihre Obstgärten, besonders die Birnen aus Natanz sind im ganzen Land beliebt. Die Grabstätte eines Sufi-Gelehrten aus dem dreizehnten Jahrhundert ist mit prachtvollen Kacheln und Stuckarbeiten verziert, dabei steht ein Minarett von 1325. Die Jame-Moschee geht auf das achte Jahrhundert zurück und ist von üppigen Gärten umgeben. In der Provinz leben 4,4 Millionen Menschen.

Aktuelle Forderungen

Ein Bürgerkrieg im Irak könnte die Folge sein. Auch Israel und Palästina könnten in den Krieg hineingezogen werden. Es könnte sogar ein Flächenbrand in der ganzen Region entstehen. So weit darf es nicht kommen. Deshalb fordern wir:

Frau Bundeskanzlerin, werden Sie Ihrer Verantwortung gerecht: Erklären Sie eindeutig, dass die Bundesrepublik sich an einem Krieg gegen den Iran nicht beteiligen wird. Verurteilen Sie die Kriegspläne der USA gegen den Iran. Sagen Sie den USA deutlich, dass wir den Einsatz von Atomwaffen ablehnen. Wir fordern im Atomstreit mit dem Iran eine friedliche, diplomatische Lösung im Rahmen des Atomwaffensperrvertrags mit entsprechenden Inspektionen. Außerdem fordern wir eine weltweite Abrüstung des Atomwaffenpotentials, damit nicht noch mehr Staaten nach Atomwaffen streben. Wir fordern die Einführung einer atomwaffenfreien Zone im Krisengebiet des Nahen Ostens einschließlich Israel. Von den USA und der Bundesregierung verlangen wir den Abzug der Atomwaffen aus den Standorten in Ramstein und Büchel.

Schlusswort: Zitat Albert Schweitzer
Ich bin Leben, das leben will, inmitten von Leben, das leben will.

 nach oben Bearbeiten - Druckansicht